Unterschenkelprothesen

Unterschenkel - Beinprothetik

Nach Amputationen im Unterschenkel, versorgt man die betroffenen Patienten meistens mit einer sogenannten Unterschenkelprothese. Es gibt unterschiedliche Arten von Unterschenkelprothesen. Die gebräuchlichste ist die sogenannte Kurzprothese, in Verbindung mit einem Haftschaftsystem. Hierbei schlüpft der Betroffene in einen Liner, mit dem zusammen er wiederum in einen Prothesenschaft aus festerem Material steigt. Am Ende des Liners befindet sich ein Arretierungsstift, der in einen Verriegelungsmechanismus am Schaftboden fasst und so die Prothese am Stumpf des Patienten hält.

Harmony-Schaftsystem

Das Harmony®-System reduziert bei der Prothese effektiv die Luft zwischen Schaft und Liner. Mit Hilfe einer Pumpeinheit regelt es aktiv bei jedem Schritt in einem definierten Bereich den benötigten Unterdruck. Durch die extrem hohe Haftung verhindert das Harmony®-System nachweislich die Stumpf-Schaft-Pseudarthrose bei verbesserter Propriozeption. Unser Patient spürt, was unter seinem Prothesenfuß geschieht – für mehr Sicherheit im Alltag.

Mit dem Harmony®-System wird das Stumpfvolumen kontrolliert und Volumenschwankungen vorgebeugt. Der Schaft ist nicht zweckorientiert geformt, sondern der gegebenen Stumpfform folgend. Die üblichen Druckspitzen in den Belastungszonen weichen vollem Kontakt. Die hervorragende Haftung der Prothese am Stumpf reduziert Gewebeelongation und -verschiebung. Schrittlänge und Standphase sind deutlich kürzer als ohne Unterdruck im Schaft. Das ermöglicht ein symmetrisches Gangbild.

Gleichzeitig wird mit dem Harmony®-System die Stumpfdurchblutung verbessert. Es eignet sich deshalb besonders gut für Menschen mit Diabetes oder Gefäßerkrankungen. Der integrierte, justierbare Stoßabsorber und der Torsionsadapter erhöhen den Gehkomfort und schonen Gelenke und Wirbelsäule.

Das Harmony®-System wird in Verbindung mit einem Otto Bock PU-Linder verwendet. Je nach Stumpf ist ein Standard- oder ein Maß-Liner einzusetzen. Eine gelbeschichtete Kniekappe bildet den äußeren Abschluß des Unterdrucksystems.

AeroLink System

© Otto Bock

"Mehr Bewegungsfreiheit für das Knie"

Unterdrucksysteme sorgen dafür, dass die Beinprothese sicher mit dem Stumpf verbunden ist. Mit dem innovativen AeroLink System steht für Unterschenkelamputierte ein Unterdrucksystem zur Verfügung, das ohne bewegungshemmende Kniekappe im Kniebereich auskommt. Fahrradfahren, Knien, in die Hocke gehen oder mit angewinkelten Beinen Sitzen ist damit bequem möglich. Zudem können Hautirritationen reduziert werden. Neben dem Tragekomfort zeichnet sich das System durch eine dezente Schaftkonstruktion aus, so dass die Prothese selbst unter eng anliegenden Hosen kaum wahrzunehmen ist.

In nur drei Schritten kann das AeroLink System angezogen werden:

  1. Den AeroLink Hybrid Liner über den Stumpf ziehen und anschließend in den Innenschaft einsteigen.
  2. Dann den integrierten Unterdruckumschlag des Liners über den Rand des Innenschaftes schlagen, um ihn luftdicht abzuschließen. Dabei wird die im Innenschaft verbliebene Luft durch ein integriertes Einwegventil des Pins ausgestoßen, um Unterdruck zu erzeugen.
  3. Jetzt in den Außenschaft einsteigen und beide Schäfte durch den AeroLink Connector verbinden.

Quelle:http://www.ottobock.de/prothetik/beinprothetik/systemuebersicht/aerolink-system/