Orthesen
Orthesen sind äußere Kraftträger, die der Ruhigstellung, Entlastung oder Korrektur von Skelettabschnitten dienen. Der Aufbau der Orthesen orientiert sich an der erforderlichen und gewünschten Stabilität.
Orthesen für die untere Extremität bestehen in der Regel aus einer tragenden Schienenkonstruktion und Manschetten, die die Skelettabschnitte umfassen. Bei Anspruch an eine größtmögliche Stabilität muß die Manschette den Skelettabschnitt langfristig als Hülse umfassen (Schienenhülsenapparat). Bei geringeren Anforderungen an die Stabilität ist lediglich eine ringförmige Umfassung des Skelettabschnittes durch Schellen erforderlich, was eine erhebliche Gewichtsreduzierung der Orthese mit sich bringt (Schienenschellenapparat).

Beispiel für eine konfektionierte Knieorthese in Rahmenbauweise, wie sie zum Beispiel nach Verletzungen der Kreuz-, oder der Seitenbänder eingesetzt wird -- Typische Folgen von Sportverletzungen, wie sie z.B. beim Eishockey, Fußball, oder Skifahren häufiger vorkommen.
Bei ausgeprägten Instabilitäten oder auch Lähmungen sollen die in die Orthese eingebauten Gelenke feststellbar sein. Bei ausschließlich führenden Orthesen kann die Gelenkbeweglichkeit hingegen frei belassen oder auch in gewünschtem Ausmaß beschränkt eingebaut werden. Akzeptanz und Tragekomfort von Orthesen hängen im wesentlichen von den verwendeten Materialien ab. Durch die Verwendung von Kunststoff kann das Gewicht der Orthese erheblich reduziert werden. Sie sind allerdings in der Regel nicht so hautfreundlich wie Stoffe und Leder.
Gerade bei der Verordnung von Rumpforthesen werden daher Stoffe bevorzugt, so lange es der dadurch erreichbare Stabilitätsgewinn erlaubt. Bei Leibbinden handelt e sich ausschließlich um aus Stoffen und halbelastischen Gummi gefertigte Gürtel, die der Unterstützung einer schwachen Bauchmuskulatur und damit der Erhöhung des intraabdominellen Druckes zur Unterstützung der Wirbelsäuleninstabilität dienen.
Wird eine stärkere Stabilisierung des Rumpfes und gleichzeitiger Immobilisierung gewünscht, so sind Mieder angezeigt, bei denen der Stabilitätsgewinn durch das Einarbeiten von flexiblen Stäben erhöht werden kann. Bei Korsetts handelt es sich um eine sehr stabile Stützkonstruktion des Rumpfes, die entweder aus einer Schienen-Stoff-, Schienen-Leder- oder auch ausschließlich starren Kunststoffkonstruktion bestehen können.
Sie sind vorwiegend zur Ruhigstellung bei entzündlichen Prozessen an der Wirbelsäule (Spondylitiskorsett), oder auch zur Korrektur von Wirbelsäulendeformitäten (Skoliosenkorsett, z.B. Milwaukee-Korsett, Boston Korsett) angezeigt.
(aus "Orthopädie" von Fritz U. Niethard und Joachim Pfeil)


Bei sehr starken Abweichungen in den Proportionen eines Körperteils, oder aber extremen Beinmuskulatur (wie oft bei Leistungssportlern) paßt eine konfektionierte Knieorthese nicht. In diesen Fällen fertigen wir selbst nach einem speziellen Gipsabdruckverfahren, in
Acrylharz- / Carbonfasertechnik.
Unterteilung von Hilfsmitteln /- Orthesen
In der klinischen Orthopädie unterscheiden wir folgende Hilfsmittel /- Orthesenarten nach deren Funktion:
Ruhigstellende Hilfsmittel /- Orthesen
(z.B. Fixationskorsett, Mobilisations - Walker, Armabduktionsschienen etc. ).
Entlastende Hilfsmittel /- Orthesen
(z.B. Thomasschiene, entlastende Einlage bei Fersensporn, Vorfuß-Entlastungsschuh, etc.)
Stützende Hilfsmittel /- Orthesen
(z.B. Knieführungsorthese, Einlage mit retrokapitaler Abstützung, etc.)
Korrigierende Hilfsmittel /- Orthesen
(z.B. Rumpforthese bei Skoliose, Drei - Backen Einlage bei Sichelfuß etc.)